Unsere Geschichte

In den 70-er Jahren des 19.  Jahrhunderts nahmen sich zwei Frauen der Gesellschaft, Freifräulein von Gemmingen und die Frau des Hauptmannes Scharnberger, verlassener und ratloser Mädchen und Frauen an. Dringend benötigt wurde eine Bleibe, um den Frauen und Mädchen ein Dach über dem Kopf, sowie tägliche Nahrung zu bieten. Stephanie von Gemmingen konnte für ihre Pläne ihren Bruder, Freiherr Julius von Gemmingen, gewinnen, der der späteren Einrichtugn lange Jahre vorstand.  Unterstützung bekam von Gemmingen vom Gernsbacher Holzhändler Casimir Katz, der Sie mit dem Erwerb eines Hauses und dessen Umbau unterstützte.

 

Im Sommer 1880 wurde das Haus für dreizehn zu Betreuende eröffnet. Großherzogin Louise von Baden unterstützte dies durch Geschenke und Spenden. Viele folgten ihrem Beispiel.  Im August 1880 wurde das erste Mädchen aufgenommen, bis zum Oktober des gleichen Jahres waren es bereits vier. Ziel war es, den Mädchen einen Zufluchtsort zu gewähren und ihnen später die Rückkehr in die Gesellschaft zu ermöglichen. Nach und nach kamen nicht nur Mädchen und Frauen aus Baden hierher, auch aus anderen süddeutschen Gebieten, der Schweiz und Österreich und sogar aus Belgien.

 

Nach einem Brand im Jahre 1911, engagierten sich die Spender erneut und konnten neben Großherzogin Louise von Baden zahlreiche Geldgeber finden, so dass im folgenden Jahr mit dem Neubau begonnen wurde. Das neue Gebäude bot Platz für 24 zu Betreuende und Personal. Nach dem ersten Weltkrieg wurden die Mädchen zunehmend von Bezirksämtern, Stadtverwaltungen und Jugendrichtern  zur Erziehung in das Heim eingewiesen. In dieser personell und finanziell schweren Zeit wurde das Heim dem Diakonissenhaus in Karlsruhe-Rüppurr übertragen. Erst 1969 endete diese Verantwortung.

 

1972 wurde das Heim vorübergehend geschlossen und es fand im selben Jahr  die Gründungsversammlung des Trägervereins Evangelisches Mädchenheim Gernsbach e.V. statt.

 

Am 15.03.1973 wurde es mit drei stationären Gruppen wiedereröffnet. Im Jahr 1978 kam die Verselbständigungsgruppe hinzu und 1994 das betreute Wohnen. Ab 1998 wurden auch Kinder und Jugendliche im Rahmen der Krisenintervention aufgenommen. Seit 1999 gibt es als ambulantes Angebot die soziale Gruppenarbeit. Schulsozialarbeit bieten wir seit 2005 an verschiedenen Schulen an. Seit 2010 haben wir die Erziehungsbeistandschaft in unserem Angebot.

 

Das Evangelische Mädchenheim Gernsbach hat sich bis heute zu einer modernen Jugendhilfeeinrichtung mit einem differenzierten ambulanten und stationären Angebot entwickelt.